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Das
menschliche Auge galt bereits im alten Ägypten als Symbol des
Lebens. Nach Vorstellung der
Pharaonen kehrte die Seele eines Verstorbenen in seinen Körper
zurück. Deshalb versuchten ägyptische
Priester, nach Entfernung der Augen ihrer Toten, diese aus Wachs,
Gips und wertvollen Steinen
nachzubilden.
Ambroise
Paré, 1510 - 1590 [1], war der erste, der künstliche Augen
näher beschrieb. Zu seiner Zeit
waren bemalte und emaillierte Prothesen aus Gold, Silber und Porzellan,
üblich.
Hazard-Mirault
berichtet um 1820 [2], dass sich Prothesen aus Glas durchgesetzt
hätten. Dieses durch
Bleioxyd weissgefärbte Glas war äusserst weich und führte
zu schneller Aufrauhung der Prothese mit
anschliessender Irritation der Konjunktiva. Dennoch waren diese
Kunstaugen in ganz Europa begehrt
und wurden mit der enormen Summe von 20 Louis d'or bezahlt.
| Geschichte
unseres Institutes
Ludwig Müller-Uri (1811-1888)
Ludwig Müller-Uri gelang ein entscheidender Durchbruch:
Er verstand es, Kryolithglas zu Kunstaugen zu verarbeiten
[3]. Diese neuen Augenprothesen waren nun korrosionsbeständig
und leicht [4].
Viele Ehrungen wurden ihm zuteil, so unter anderem der "Centennial
Commission Award" der Weltausstellung 1876 in Philadelphia.
Seine 1835 in Leipzig gegründete Firma errichtete noch
vor 1900 eine Zweigstelle in Berlin. |
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Zu dieser Zeit enstanden auch weitere Kunstaugen-Institute, meist
von nahen Verwandten oder
ehemaligen Mitarbeitern ins Leben gerufen. Da man damals noch nicht
so mobil war wie heute, wurde
es üblich, "auf Reisen"
zu gehen. Die Augenprothetiker arbeiteten regelmässig in vielen
grösseren
Agglomerationen des In- und Auslandes und gaben so ihrer Kundschaft
die Möglichkeit, ohne grösseren
Aufwand zu einem neuen Kunstauge zu kommen.
Um 1900 begannenn Werner, Otto und Ludwig Müller-Uri, die Enkel
des Erfinders, regelmässig in der
Schweiz zu arbeiten. Während es 2. Weltkrieges wurde dies unmöglich
und so kam es, dass sich
Ludwig Müller-Uri 1947 in Bern und kurze Zeit später endgültig
in Luzern niederliess. Sein Neffe,
Dr.med. O.F. Martin wurde 1956 sein Nachfolger. Unter dem Namen
"Schweizerisches
Kunstaugen-Institut" führen Dr.sc.nat. Otto-Ernst
und Karl-Ludwig Martin die Praxis ihres Vaters in der
fünften Generation weiter.
[1]
Paré A. (1575), Les Oevres 23, Buon, Paris
[2] Hazard-Mirault (1818). Traité pratique de l'oeil artificiel,
Duponcet, Paris
[3] Trester W., J Am Soc Ocularists, 25th Anniversary Issue (1982)
[4] Martin O., Clodius L., The history of the artificial eye. Annual
of Plastic Surgery (1979) 3:168

Copyright © 1999 Schweiz. Kunstaugen-Institut, CH-Luzern. Nachdruck
nur mit Genehmigung
des Verfassers.
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