häufig gestellte Fragen
Zum Thema "Augenprothesen" tauchen viele Fragen auf. Einige versuchen wir hier zu beantworten.
Haben Sie weitere Fragen? Zögern Sie nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen, wir beraten Sie gerne!

Wie pflege ich mein Kunstauge?
Meistens genügt es, das Kunstauge regelmässig in klarem Wasser zu spülen. Sollte sich einmal eine
leichte Verkrustung durch Schleim gebildet haben, so kann das Glaskunstauge ein paar Minuten in
Essig eingelegt werden. Anschliessend ist es in Wasser gründlich zu spülen.

Kann ein Kunstauge aus Glas in der Augenhöhle zerbrechen?
Nein! Durch die Gesichtsknochen ist die Augenprothese in der Augenhöhle gut geschützt und kann
selbst beim Sport nicht beschädigt werden. Sorgfalt ist allerdings beim Reinigen der Glasprothese
wichtig. Kunstaugen sollten nie über dem Lavabo herausgenommen und gereinigt werden. Nehmen
Sie ein Gefäss mit Wasser und reinigen Sie ihr Kunstauge über einem weichen Tuch, das Sie auf
einem Tisch ausgebreitet haben.

Wer bezahlt mein Kunstauge?
In der Schweiz sind seit dem 1.1.1999 Augenprothesen aus Glas in der obligatorischen Kranken-
pflegeversicherung aufgeführt (MiGeL 24.01.01.00.1). In vielen Fällen sind aber auch IV, SUVA, EMV
oder weitere UVG-Versicherer leistungspflichtig. Fragen Sie uns, wir beraten Sie gerne!

Die Iris meines Kunstauges erscheint abends oft heller, als die des gesunden Auges, weshalb?
Ein gesundes Auge zeigt eine Pupillenreaktion, d.h., in dunkler Umgebung weiten sich die Pupillen.
Der Gesamteindruck der Irisfarbe wird dabei dunkler. Augenprothesen können diesen Effekt leider
nicht nachvollziehen und erscheinen dann im Vergleich heller. Oft wählt man deshalb bei sehr heller
Augenfarbe (z.B. hellblau) die Irisfarbe des Kunstauges leicht dunkler.

Wieso erscheint das Weiss meines Kunstauges oft dunkler, als am gesunden Auge?

Der Augenprothetiker versucht mit allen Mitteln, Unauffälligkeit zu erreichen. Dazu gehört auch,
starke Kontraste zu mindern. Wählt man nun das Augenweiss (Skleralfarbe) eher etwas dunkler
und die Irisfarbe tendenziell etwas heller, so wird das kosmetische Ergebnis in der Regel besser.
Augenprothesen mit geringen Kontrasten fallen im täglichen Leben weniger auf!

Wieso sieht ein Kunstauge oft kleiner aus, als das gesunde Auge?
3 Punkte gilt es zu beachten,VERTRÄGLICHKEIT, BEWEGLICHKEIT und UNAUFFÄLLIGKEIT:

- Die Augenhöhle (Konjunktivalsack) hat eine gegebene Grösse, die ganz von der Vorgeschichte
abhängt. Je mehr dieses Volumen (mit grösseren oder gewölbteren Prothesen) gefüllt wird, desto
stärker wird der erzeugte Druck. Gleichzeitig verschlechtert sich auch der Lidschluss. Beides führt
zu erhöhter Anfälligkeit auf Reizungen der Konjunktiva.

- Wird das Volumen des Konjunktivalsacks durch die Prothese voll ausgeschöpft, so wird leider oft
deren Beweglichkeit eingeschränkt.

- Ein Kunstauge ist und bleibt etwas "Künstliches", es wird daher immer Unterschiede zum gesunden
Auge geben. Oft fallen diese weniger auf, wenn die Augenprothese und damit auch die Lidöffnung
etwas kleiner ist.

In trockenen Räumen, vor allem im Winter, tränt mein Auge, warum?
Sobald die Prothesenoberfläche trocken wird, wird das Oberlid gereizt und es setzt eine vermehrte
Tränenproduktion ein. Verhindern lässt sich dies nur, wenn der Lidschluss verbessert wird (kleinere,
flachere Prothese oder mittels einer künstlichen Tränenflüssigkeit).

Weshalb werden Kunstaugen noch immer aus Glas angefertigt?
Glasprothesen haben einige, bis heute von keinem anderen Material erreichte Eigenschaften:

- Ihre Oberfläche ist fast absolut glatt.

- Ihre Oberfläche ist benetzbar.

- Kryolithglas ist biologisch inert, allergische Reaktionen wurden seit über 150 Jahren noch nie beobachtet.

Diese aussergewöhnlichen Eigenschaften erlauben es, bei richtiger Form- und Grössenwahl, Prothesen
herzustellen, die zu keiner weiteren Beeinträchtigung der Lebensqualität des Patienten führen. Das
Kunstauge kann "vergessen" werden!




Copyright © 1999 Schweiz. Kunstaugen-Institut, CH-Luzern. Nachdruck nur mit Genehmigung des Verfassers.